Terassenclosing 2015 Teufel@nhow -Freizeitaktivitäten, die Assistenten stützen

Persönliche Assistenz: Freizeitgestaltung (4)



 

Das Freizeitgestaltung ein wichtiger Aspekt gesellschaftlicher Teilhabe ist, ist unbestritten. Dem Inklusionsgedanken folgend, bedarf sie Persönlicher Assistenz. Die angehängte Liste zeigt barrierefreie Freizeitmöglichkeiten und möchte besonders Menschen, deren Einschränkungen noch frisch sind, informieren.
 

Dieser Fachartikel setzt den Artikel Persönliche Assistenz fort.
Alle Artikel dieser Serie
  1. Persönliche Assistenz : Grundversorgung
  2. Persönliche Assistenz: Hauswirtschaft
  3. Persönliche Assistenz: Mobilität.
  4. Persönliche Assistenz: Freizeit.
  5. Persönliche Assistenz: Sexualität.
  6. Persönliche Assistenz: Kommunikation.


 

Freizeitgestaltung befreit Menschen und fördert Inklusion


 

Freizeitgestaltung spiegelt menschliches Wollen. Ihr gegenüber sind Schule und Beruf von außen genormt und erlauben die Entwicklung innerhalb fremdbestimmter Grenzen. Die selbstbestimmte, persönliche Entwicklung durch Freizeitgestaltung hingegen ist unvorhersehbar und frei.

Mit ihr kann die Verwirklichung eigener Vorhaben und Ideen – auch abseits von Profitinteressen gelingen. Diese sehr menschliche Fähigkeit unterstützt der Gesetzgeber in Deutschland einerseits durch die soziale Gesetzgebung und andererseits mit einer Vielzahl – unterschiedlich auslegbarer – Leitlinien und Anreize.

 

Die Freizeitgestaltung kann alle Bereiche des täglichen und Nicht-Alltäglichen Lebens betreffen und ist notwendig, um neue Perspektiven zu entwickeln und auszubauen.

 

Qualität und Quantität von Freizeitnutzung sind individuell


 

Assistenznehmer habe ganz unterschiedliche Interessen: Einige befreien sich innerlich und äußerlich, andere stülpen sich äußere Grenzen über, wieder andere starren Löcher in die Luft, manche verausgaben sich um Großes zu schaffen und manchmal entsteht ein Kuchen.

 

Persönliche Assistenz der Freizeitgestaltung ist örtlich und personell unbestimmt: Zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Man kann auch Zwerge töten


 

Freizeitgestaltung kann an jedem Ort, häuslich und außerhäuslich stattfinden. Deshalb kann die Assistenz zu Mobilität unmittelbar mit der Freizeitgestaltung verbunden sein (Vgl. Persönliche Assistenz. Mobilität).

Ebenso unterschiedlich ist die Anzahl beteiligter Personen.
Während der eine am heimischen Computer alleine Solitär spielt, nimmt eine Mutter ihren Rollstuhl, Persönlichen Assistenten und ein paar Familienmitglieder mit, um sich mit hunderten anderen fabelhaften Menschen zum LARP (Life Action Role Play, Lebensechten Rollenspiel) im Wald zu treffen: Dort, von Ihrer Sänfte aus, streckt sie besagte Zwerge nieder.

 

Freizeitgestaltung und Behinderung: Was ist möglich?


 

Beispiel: Menschen mit Rückenmarkverletzungen. Wenn diese nach klinischer Erstversorgung und Rehaklinik endlich zu Hause ankommen, haben Sie keine Freizeit:

Zuerst beschäftigt sie die Schaffung und Einrichtung des funktionierenden Wohnumfeldes. Dann müssen Sie sich an neue Routinen in den Bereichen Arbeiten, Wohnen und Familie gewöhnen.

Erst wenn diese Lebensbereiche stabil sind und der Alltag sicher und ohne Erschöpfung bewältigt wird, entstehen leere Zeiträume. Freizeitbeschäftigungen müssen her. Jetzt sind die Betroffenen und ihre Angehörigen ratlos: „Was ist möglich? Was kann ich mit meiner Behinderung schaffen?“, wird dann häufig gefragt.

Antworten dazu gab schon der dritte Teil dieser Serie (Persönliche Assistenz: Mobilität), mit weiteren assistierbaren Freizeitaktivitäten möchte die Liste im Anhang anregen.

 


Anhang: Liste

Persönliche Assistenz bei Freizeitaktivitäten


 

  • Hauswirtschaftliche Verrichtungen, Putzen, Handwerken, Münzen sammeln, Sport, Fahrzeuge bauen, Münzsammlungen pflegen, Gartenpflege
  • Kommunikation: Fernsehen, Onlineaktivitäten, Telefonieren, Zeitung lesen, Nachbarschaftspflege, Freundschaftspflege
  • Sport: Rollstuhlschwimmen, Blindenfussball, Sledge – Hockey, Hand-Bike, Motorsport, Breitensport, Yoga, Kampfsport, Tennis
  • Tourismus: Spaziergänge, Spazierfahrten, Kurztripps, Reisen, Familienbesuche im Ausland, Zoobesuche, Museen
  • Spielen: Geo-Caching, LARP, Schach, Skat, Musik
  • Traditionspflege: Schützenverein, Karneval, Fasching, Walpurgisnacht, Prozessionen, Wallfahrten
  • Wissenschaften: Archälogie, Astronomie, Botanik
  • Kulturpflege: Religion, Kunst, Theater
  • s.a. Persönliche Assistenz: Mobilität

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