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Überblick Persönliche Assistenz

Ein wesentliches Ziel der Initiative Persönliche Assistenz (IPA) ist es öffentlich bekannt zu machen, dass Persönliche Assistenz eine gute Alternative zum Pflegeheim ist, weil sie zuhause stattfindet. Der Artikel beschreibt, wer Assistenznehmer ist, gibt Einblicke in den Beruf des Persönlichen Assistenten und erklärt Persönliche Assistenz.
 

Jeder kennt es: Das Leben ist voller Einschränkungen, so erfordert zum Beispiel die Verbindung von Familie, Beruf und Freizeit immer wieder individuelle Abstriche. Doch das lässt sich allein bewältigen. Fremde Hilfe wird nötig, wenn Krankheit und Behinderung dazu kommen. Sie melden sich nicht an. Sie treten unerwartet ins Leben. Ein Unfall oder eine ärztliche Diagnose stellen den Lebensplan auf den Kopf.

 

Persönliche Assistenz hilft bis zu 24 Stunden täglich.


 

Der Alltag offenbart unvermutete Barrieren, überall braucht man Unterstützung: Essen, Trinken und Zähneputzen setzen funktionierende Hände voraus. Die Toilette wird unbenutzbar und die Ausscheidungen werden erschwert.

Außer Haus? Ob beim Arzt, am Badesee, im Theater oder Kino – nichts geht allein: Und wer Intensivpflege benötigt, erfährt: Jeder Weg mit dem Beatmungssystem erfordert sichere Kenntnisse zur Lebensrettung, auch im Marrakesh-Urlaub. Kulturerlebnisse und die Reinigung der Wohnung werden unvorstellbar . Alle denken ans Pflegeheim. Aber es geht besser: Man nimmt Persönliche Assistenz bis zu 24 Stunden im eigenen Zuhause oder woanders in Anspruch und ist jetzt Assistenznehmer.

 

Persönliche Assistenz umfasst den Alltag zwischen Hauswirtschaft und Intensivpflege


 

Konkret orientiert sich Assistenz am Klientenwunsch und –bedürfnis und ist so vielseitig, wie der Alltag des Einzelnen. Der Persönliche Assistent hilft so unauffällig wie ein Schatten. Genau dann, wenn Hilfe notwendig und gewünscht ist.
 

Das stärkt wichtige Fähigkeiten des Assistenznehmers. Anfangs die Differenzierungskompetenz, denn der Assistenznehmer entscheidet sich, ob er einen Pflegedienst beauftragt oder Arbeitgeber wird. Er selbst bestimmt über sein Personal und leitet es an. Seine Finanzen, die Organisation seines eigenen Tagesablaufs und der Ort, an dem Assistenz geleistet wird, entstammen seinen Wünschen, Fähigkeiten und Grundlagen. Es geht also um ganz alltägliche Dinge, die Pflegeheime strukturell nicht leisten können. Deshalb kommt es hier oft zu gesellschaftsfernen Lebenswegen und würdelosen Behandlungen. Das bedeutet nicht nur für zwanzigjährige oder Kinder eine persönliche Katastrophe, sondern für Menschen jeden Lebensalters.
 

Einzelne Assistenzleistungen im Detail erläutert die Serie Persönliche Assistenz.

 

Assistenznehmer entscheiden: Pflegedienst oder Arbeitgebermodell


 

Wer Assistenz, Pflege oder Intensivpflege benötigt kann das als Arbeitgeber oder in Zusammenarbeit mit einem Pflegedienst realisieren. Den Mehraufwand des Personalmanagements beim Arbeitgeber-Modell belohnt übrigens der Staat, beispielsweise weil hier Persönliche Assistenten auch während des Krankenhausaufenthaltes finanziert werden. Das ist wichtig, gerade in Krankenhäusern fehlt die Zeit sich schwerstkranken Menschen zu widmen. Hier stehen Behandlung und Therapie im Vordergrund. Pflegedienste sind oft kulant und schicken ihre Mitarbeiter unentgeltlich zum Klienten ins Krankenhaus.

 

Fachkreise, Angehörige und Betroffene sind weitgehend uninformiert


 

Ob klinisch oder ambulant, viele Ärzte, Pflegedienstleiter, Sozialarbeiter und Pflegefachkräfte haben noch nie von persönlicher Assistenz gehört, obwohl sie Fachkreisen angehören, die über sie aufklären und informieren sollten. Angehörige und Betroffene suchen bei Ihnen zuerst Rat.
Dieser Informationsmangel führt dazu, dass junge und alte Menschen in Pflegeheimen würdelos und fremdbestimmt leben, weil beratende Fachleute, zum Beispiel bei maschineller Beatmung glauben, das nur stationäre Unterbringung die intensive Pflege ermöglichen kann.
 

Grundgesetz, UN-Behindertenkonvention, Inklusion, Teilhabe begründen die Finanzierung


 

Das ist fachlich falsch und glücklicherweise widersprechen dem Grundsätze, Gesetze und Gerichte: „Ambulant vor stationär“, Teilhabe, Gleichbehandlung und Inklusion untermauern die Finanzierung außerklinischer Assistenz und Intensivpflege. Das unterstreicht Deutschland per Grundgesetz, durch die Anerkennung der Behinderten Rechtskonvention der Vereinten Nationen und mit Maßnahmen zur Einbindung aller Menschen unabhängig ihrer Vielfältigkeitsmerkmale.


Anmerkung: Vielfältigkeitsmerkmale unterscheiden Menschen: Beispiele dafür sind Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht, Alter, Behinderung und Sprache.