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Krebs und Mangelernährung

Laborstudien ergaben, dass Krebszellen durch Nahrungszufuhr schneller wachsen. Daraus wurde geschlossen, Krebs müsse ausgehungert werden. Heute verbreiten onkologische Therapeuten und Forscher das Gegenteil. Warum beleuchtete der 26. Good Clinical Practice Workshop (GCP)im Dezember 2015 in Berlin.


 

Meine persönlichen Erfahrungen dazu liegen einige Jahre zurück. Einen guten Freund und Vertrauten begleitete ich die letzten Tagen in seinem Zuhause. Monate zuvor besuchte er mich, er wirkte krank und mager, zwei Wochen nach seinem Besuch kam die Nachricht: Darmkrebs. Dann ging alles schnell: Krankenhausdiät, kräftezehrende Abführmaßnahmen, Operation. Alles fühlte sich falsch an. Der schwer Erkrankte, ausgemergelt und kraftlos, wurde ohne Energiezufuhr operiert und anschliessend „halbblutig“ nachhause entlassen. Ich fand damals schon, ein guter Ernährungszustand, würde sein Überleben und die Lebensqualität stützen. Kontaktierte Behandelnde sahen das völlig anders.


 

Evidenz: Ärztlich erlebte Therapieerfolge statt randomisierte Studien


 

Heute, Jahre später, bestärken Experten meine persönliche Meinung auf dem 26. GCP Workshop von Braun Melsung. Die Firma vertreibt und produziert Lösungen zur enteralen und parenteralen Ernährung. Die Vorträge berühren Herstellerinteressen und die aktuelle Studienlage im Dezember 2015 ist dürftig. Studien anderer Therapieansätze kämpfen mit ähnlichen Problemen: Geringe Teilnehmerzahlen und unterschiedliche Ursachen bei denen die Bekämpfung und Vorbeugung von Mangelernährung wichtig scheint, erschweren standardisierte, relevante Studien.


 

Experten fordern sichere Studien


 

Weil die Studienergebnisse mitunter stark voneinander abweichen, sind sie häufig nicht objektiv haltbar. Das gilt Studien für und gegen die Ernährungstherapie beim Tumorpatienten. Deshalb sensibilisieren die Workshop-Teilnehmer für die Notwendigkeit randomisierter und standardisierter Studien mit statistisch relevanten Gruppen.


 

Dr. med. Jutta Hübner, Deutsche Krebsgesellschaft: "Die Kommunikation über das schwierige Thema Krebsdiäten erfordert neben dem Wissen um die Fakten die volle Konzentration auf den Patienten und Zuhörer"
Dr. med. Jutta Hübner,
Deutsche Krebsgesellschaft: „Die Kommunikation über das schwierige Thema Krebsdiäten erfordert neben dem Wissen um die Fakten die volle Konzentration auf den Patienten und Zuhörer“


 

„Ernährung ist Therapie“, betont Christian Löser. Damit sind keine alternativmedizinische Ernährungstherapien gemeint, bei denen durch Verzicht auf bestimmte Lebensmittel und Nährstoffe die Krankheit positiv beeinflusst werden soll. Davor wird sogar gewarnt, denn solche Diäten können Mangelernährung verstärken. Natürlich wissen die professionellen klinischen und ambulanten Berater, das Patienten durchaus alternative Diäten probieren, denn es geht um Hoffnung und um das eigene Überleben.


 

Geheimnisse vor dem Arzt schaden der Behandlung


 

Oft denken Patienten, das sie ihren Ärzten solche Wege verschweigen müssen und mehrere Referenten betonen deshalb gebetsmühlenartig, das der offene Dialog möglich bleiben muss. Natürlich gilt das für alle Beteiligten in der Therapie.

 

Schliesslich soll der Patient Vertrauen in die Therapie bekommen und die Behandlung soll berücksichtigen, wenn der Therapieweg des Patienten davon abweicht. Nur die Offenheit zwischen Patienten, Pflegenden, Ärzten und Ernährungstherapeuten ermöglicht eine gute Behandlung.


 

Lebensqualität und -verlängerung


 

Die Stärkung von Lebensqualität und Verlängerung von Leben beflügelt onkologische Pflegende und Behandelnde für die Ernährungstherapie zu sprechen. Nach deren Erfahrungen verhindert die frühzeitige Energiezufuhr Mangelernährung. Das gilt nicht nur bei krebskranken Menschen, sondern auch Senioren. Bei beiden Gruppen verdeckt Übergewicht häufig vorhandene Mangelernährung.


 


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