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Persönliche Assistenz: Mobilität (3)


Persönliche Assistenz zur Mobilität wird hier erklärt, damit der Unterstützungsbedarf eingefordert kann und Ihre Notwendigkeit erkenntlich wird. Das gilt auch der Assistenz im Krankenhaus. Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe finden oft außerhalb der eigenen Wohnung statt. Im Anhang gibt es eine Liste mit Beispielen für persönliche Assistenz zur Mobilität.

 

Dieser Fachartikel setzt den Artikel Persönliche Assistenz fort.
Alle Artikel dieser Serie
  1. Persönliche Assistenz : Grundversorgung
  2. Persönliche Assistenz: Hauswirtschaft
  3. Persönliche Assistenz: Mobilität.
  4. Persönliche Assistenz: Freizeit.
  5. Persönliche Assistenz: Sexualität.
  6. Persönliche Assistenz: Kommunikation.


 

Assistenz der Mobilität durch Begleitung


 

Ziele persönlicher Assistenz sind individuelle Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe. Diese werden nicht nur häuslich gelebt, sondern auch draußen.

 

Assistenten begleiten Assistenznehmer zu Konzerten, Fussballspielen oder ins Schwimmbad, zu Ärzten und natürlich zu Erledigungen hauswirtschaftlichen Handelns, wie beispielsweise zum Einkaufen.


 

Ein gutes Vorbild bietet die englische Organisation stay-up-late . Ihre Mitglieder vermitteln ehrenamtliche Assistenten an Menschen, deren Mobilität krankheits- oder behinderungsbedingt eingeschränkt ist, damit diese Nächte durchfeiern können und danach spät aufwachen.
Die Interessen von Assistierten und Assistenten überschneiden sich hier und aus das Ehrenamt sind schon langjährige Freundschaften entstanden. So geht Inklusion im Selbsthilfeprojekt.

 

Persönliche Assistenz: Begleitung ins Krankenhaus


 

Gewünscht und gefordert ist auch die Begleitung durch Persönliche Assistenten im Krankenhaus. Gerade hier gehen wichtige Bereiche der Selbstständigkeit schnell verloren und behindern den Genesungsprozess durch psychische und physische Einschränkungen seitens des behandelnden Krankenhauses.

 
Das betrifft alle Bereiche in denen Persönliche Assistenten selbstständiges Handeln unterstützt.
Beispiele sind das ruhige Einnehmen von Mahlzeiten und die selbst gewählte Form der Körperpflege, deren Individualität der standardisierende Krankenhausbetrieb verdrängt, manchmal sogar zeitlich minimiert.
 

Zahnpflege: Persönliche Assistenz schafft das, wofür Krankenhauspersonal die Zeit fehlt


 

So werden in Deutschland vermutlich nur wenige Erkrankte, die nicht selbstständig ihre Zähneputzen können, die Gelegenheit haben sich dreimal täglich im Krankenhaus die Zähne zu putzen.

 

Der Grund dafür ist einfach: Körperpflege dient nicht der Krankenhausbehandlung und wird von Gesundheits- und Krankenpflegern ausgeführt. Dadurch fehlt diesen hochqualifizierten Fachkräften oft die Zeit für wesentliche Aufgaben: Die Mitgestaltung therapeutischer Behandlungen.

 

Begleitung ins Krankenhaus stärkt Kommunikation


 

Das Vorlesen oder Umblättern von Tageszeitungen, Umschalten von Fernsehprogrammen, die Nutzung von Computern und Telefonen oder Besuche des Krankenhausparks wären so auch Kranken mit körperlichen, geistigen und/oder seelischen Einschränkungen möglich.

 

Diese im Krankenhaus fehlenden Kommunikations- und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten verdeutlichen den Bedarf Persönlicher Assistenz und schließen die Serie ab: Persönliche Assistenz (Teil 4:Freizeitgestaltung).



 

Anhang Liste:

Aktivitäten, die Persönliche Assistenz zur Mobilität bedürfen


 

Folgende, aufgezählte außerhäusliche Aktivitäten können neue Ideen und Erkenntnisse wecken oder neue Argumente für die Wichtigkeit, Notwendigkeit und Möglichkeit der assistierten Begleitung liefern:

 

  • Besorgungen, Einkäufe
  • Behördengänge, Arzt- und Therapeutenbesuche, stationäre Aufenthalte
  • Kulturelle Veranstaltungen: Kino, Theater, Konzert, Straßenfeste, Volksfeste, Lesungen, Tanzaufführungen, Museumsbesuche (Lange Nacht), Tag der offenen Tür, Oper, Inklusionstheater, Tattooconventions, Musicalshows, Comedy, Festivals, Kunstausstellungen, Messe, Vernissagen, Finnissagen, Bandproben
  • Politik: Demonstrationen, Wahlkampf, Versammlungen,
  • Religionspflege: Kirchbesuch, Sakramentsteilnahme, Moschee, Prozessionen, Friedhosbesuche,
  • Sport: Sledghockey, Schwimmhalle, Fussball, Tanzabende, Basketball, Kickern, Schach, Go, Marathon, Wettbewerbe,
  • Vergnügen: Restaurantbesuche, Eis essen gehen, Dates, Bordellbesuche, LARP, Picknick, Radtour, Motorrad-Tour, Autowerkstatt, Geocaching, Weinverkostungen, Themenwochen, Zoo, Tierpark, Shopping, Dinner-Shows,
  • Feiern: Familie, Verein, Preisverleihungen, Beerdigung, Hochzeiten, Showerparties, Zuckerfest, Bar-Miztwah, Fastenbrechenfest, Osterfeuer, Ostern, Weihnachten, Opferfest, Ramadanfest, Pongal,Holi, Diwali, Lacrosse,Grün-Mais-Fest,Totenfeste, Allerheiligen, Makar Sankranti
  • Urlaub, Ferien, Freizeit:Spaziergänge, Zugreisen, Parkbesuche, Stadtrundfahrten, Bootfahrten
  • Arbeit und Bildung : Arbeitsplatz, Studium, Schule, Volkshochschule, Kurse, Behindertenwerkstätten, Konferenzen, Messen, Ausstellungen,
  • Fahrtdienste, öffentliche Verkehrsmittel, Krankentransporte
  • Persönliche Teilnahme an Wahlen, Konferenzen, Versammlungen


 

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  2. Persönliche Assistenz: Hauswirtschaft
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  5. Persönliche Assistenz: Sexualität.
  6. Persönliche Assistenz: Kommunikation.